Investmentfonds

Autor: Malte Wilts

 Aktualisiert: 02.02.2026


Definition

Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (1) Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)

Investmentvermögen ist jeder Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital (Geld) einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger zu investieren.


Dabei muss die festgelegte Anlagestrategie die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben nach dem KAGB zur Risikomischung (Vermögensverteilung) je nach Fondsart beachten. Damit verkörpern Investmentfonds den obersten Anlagegrundsatz der Vermögensverteilung.

Durch den Erwerb von Fondsanteilen wird der Anleger regelmäßig Miteigentümer an den Vermögenswerten im Fonds. Er partizipiert an den Dividenden, Zinsen und Kursentwicklungen der Vermögensgegenstände im Fonds.

Arten

Arten von Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (2) und (3) KAGB

  1. Organismen für die gemeinsame Anlage in Wertpapieren (OGAW). Die Fonds investieren in Wertpapiere, die an Börsen und außerhalb von Börsen gehandelt werden. Klassische Wertpapiere sind z. B. Aktien, Anleihen (Renten) oder Geldmarktpapiere. Für diese Wertpapiere werden täglich Kauf- und Verkaufspreise (Kurse) festgestellt.
  2. Alternative Investmentfonds (AIF) sind alle anderen Investmentfonds, die nicht in Wertpapiere investieren. Diese Fonds investieren häufig in Sachwerte wie z. B. Immobilien, Rohstoffe oder Infrastrukturprojekte.

Arten von Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (4) und (5) KAGB

  1. Offene Investmentfonds sind OGAW-Fonds und bestimmte AlFs, deren Fondsanteile mindestens zwei Mal im Monat durch den Privatanleger an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können. Üblicherweise können die Anteile aber bewertungstäglich zurückgegeben werden. Sowohl die Gesellschaft als auch die Aufsichtsbehörde kann die Rücknahme der Anteile zeitweilig aussetzen, sofern außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen.
  2. Geschlossene Investmentfonds sind alle AIFs, die keine offenen AIFs sind. Deren Rückgabe beschränkt sich regelmäßig auf den geplanten Rückzahlungszeitpunkt, der mehrere Jahre in der Zukunft liegen kann. Teilweise werden geschlossene Investmentfonds an einem Zweitmarkt gehandelt, so dass deren Anteile dort auch vorzeitig veräußert werden können. Diese Märkte sind aber sehr klein, so dass es zu verzehrten Kauf- und Verkaufspreisen kommen kann.

Risikoaspekte

Wie bereits beschrieben kann der Anleger über Investmentfonds in verschiedene Vermögensgegenstände investieren. Dabei haben die unterschiedlichen Vermögensgegenstände unterschiedliche Charaktereigenschaften in Bezug auf Rendite und Risiko, die sich entsprechend auf die Fonds übertragen. Wir wollen hier nicht in die spezifischen Ursachen der unterschiedlichen Charaktereigenschaften von Vermögensgegenständen einsteigen, sondern vereinfachend die Unterschiede anhand von Maßzahlen verdeutlichen wie sie für Fondsklassen veröffentlicht werden und die für eine angemessene Beurteilung von Fondsanlage in Bezug auf die Mentalität und Anlageziele des Anlegers ausreichen. Diese eingängigen Orientierungswerte sind die:

  1. durchschnittliche Schwankungsbreite (statistische Volatilität)
  2. empfohlene Anlagedauer

Mit Hilfe dieser Kenntnisse kann der Anleger tendenziell gut beurteilen, ob die jeweilige Fondsklasse zu seinem Anlageziel und/oder seiner Risikotoleranz passt.

Schwankungsbreite Empfohlene Anlagedauer
Geldmarktfonds 0,5% - 2% 2 Jahre
Rentenfonds 2% - 5% 3 Jahre
Mischfonds 5% - 10% 4 Jahre
Edelmetallfonds 10% - 15% 5 Jahre
Aktienfonds 15% - 20% 6 Jahre
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Bewertung

Unsere langjährige Erfahrung mit verschiedenen Finanzanlagen und unterschiedlichsten Privatanlegern zeigt folgende Erkenntnis:

  1. Normale Privatanleger sollten nur mittels offener Investmentfonds an die Finanzmärkte gehen.
  2. Normale Privatanleger sollten die o. g. Orientierungswerte verinnerlichen, damit sie gute Anlageentscheidungen treffen können.

Anleger, die mehr zum systematischen Investieren lernen wollen, finden unter der nachfolgenden Überschrift "Weiterführende Artikel" einen weiterführenden Link auf unserer Website.

Weiterführende Artikel

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Über den Autor

Malte Wilts, hat Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzwirtschaft studiert und mit Diplom absolviert. Nach einer vierjährigen Tätigkeit bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat er sich als Finanzberater für Privatpersonen selbständig gemacht. In dieser Tätigkeit sammelt er seit 1998 Kenntnisse und Erfahrungen an den Finanzmärkten, in der Finanzbranche und mit Privatkunden.