Investmentfonds
Autor: Malte Wilts
Aktualisiert: 28.02.2026
Inhalt
Definition
Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (1) Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Investmentvermögen ist jeder Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital (Geld) einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger zu investieren.
Dabei muss die festgelegte Anlagestrategie die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben nach dem KAGB zur Risikomischung (Vermögensverteilung) je nach Fondsart beachten. Damit verkörpern Investmentfonds den obersten Anlagegrundsatz der Vermögensverteilung.
Durch den Erwerb von Fondsanteilen wird der Anleger regelmäßig Miteigentümer an den Vermögenswerten (Inventar) im Fonds. Er partizipiert an den Dividenden, Zinsen und Kursentwicklungen der Vermögensgegenstände im Fonds.
Die Summe der Kurse des Inventars bildet den Fondskurs.
Arten
Arten von Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (2) und (3) KAGB
- Organismen für die gemeinsame Anlage in Wertpapieren (OGAW). Die Fonds investieren in Wertpapiere, die an Börsen und außerhalb von Börsen gehandelt werden. Klassische Wertpapiere sind z. B. Aktien, Anleihen (Renten) oder Geldmarktpapiere. Für diese Wertpapiere werden täglich Kauf- und Verkaufspreise (Kurse) festgestellt.
- Alternative Investmentfonds (AIF) sind alle anderen Investmentfonds, die nicht in Wertpapiere investieren. Diese Fonds investieren häufig in Sachwerte wie z. B. Immobilien, Rohstoffe oder Infrastrukturprojekte. Es liegt in der Natur der Sache, dass für viele Sachwerte nicht täglich Kauf- und Verkaufspreise festgestellt. In Bezug auf die drei vorgenannten Sachwerte, werden nur für Rohstoffe (Kaffee, Öl, Gold etc.) täglich Kurse festgestellt.
Arten von Investmentfonds in Anlehnung an § 1 (4) und (5) KAGB
- Offene Investmentfonds sind OGAW-Fonds und bestimmte AlFs, deren Fondsanteile mindestens zwei Mal im Monat durch den Privatanleger an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können. Üblicherweise können die Anteile aber bewertungstäglich zurückgegeben werden. Sowohl die Gesellschaft als auch die Aufsichtsbehörde kann die Rücknahme der Anteile zeitweilig aussetzen, sofern außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen.
- Geschlossene Investmentfonds sind alle AIFs, die keine offenen AIFs sind. Deren Rückgabe beschränkt sich regelmäßig auf den geplanten Rückzahlungszeitpunkt, der mehrere Jahre in der Zukunft liegen kann. Teilweise werden geschlossene Investmentfonds an einem Zweitmarkt gehandelt, so dass deren Anteile dort auch vorzeitig veräußert werden können. Diese Märkte sind aber sehr klein, so dass es zu verzehrten Kauf- und Verkaufspreisen kommen kann.
| Fondsarten | Offene ... | Geschlossene ... |
|---|---|---|
| Wertpapier... | OGAW | |
| Sonstige ... | AIF | AIF |
Anlageaspekte
Wie bereits beschrieben kann der Anleger über Investmentfonds in verschiedene Vermögensgegenstände investieren. Dabei haben die unterschiedlichen Vermögensgegenstände unterschiedliche Charaktereigenschaften in Bezug auf Rendite und Risiko, die sich entsprechend auf die Fonds übertragen. Wir wollen hier nicht in die spezifischen Ursachen der unterschiedlichen Charaktereigenschaften von Vermögensgegenständen einsteigen, sondern vereinfachend die Unterschiede anhand von Maßzahlen verdeutlichen wie sie für Fondsklassen veröffentlicht werden und die für eine einfache Beurteilung von Fondsanlage in Bezug auf die Risikotoleranz und Anlageziele durch den Anleger ausreichen.
Diese eingängigen Orientierungswerte sind die:
- durchschnittliche Schwankungsbreite (statistische Volatilität) während der empfohlenen Anlagedauer ~ Risikotoleranz
- empfohlene Anlagedauer, damit es statistisch zu keinem Verlust bei der Geldanlage kommt ~ Anlageziele. Bei offenen Fonds gilt natürlich das oben Gesagte zur bewertungstäglichen Rückgabe. Insofern muss die empfohlene Anlagedauer nicht der tatsächlichen Anlagedauer entsprechen.
| Offene Fonds | Risikotoleranz | Anlageziel |
|---|---|---|
| Geldmarktfonds | 0,5% -2% | <1 Jahr |
| Rentenfonds | 2% - 5% | > 2 Jahre |
| Mischfonds | 5% - 10% | > 3 Jahre |
| Aktienfonds | 10% - 15% | > 5 Jahre |
| Goldfonds | > 15% | > 5 Jahre |
Bewertung
Unsere langjährige Erfahrung mit verschiedenen Finanzanlagen und unterschiedlichsten Privatanlegern zeigt folgende Erkenntnis:
- Normale Privatanleger sollten nur mittels offener Investmentfonds an die Finanzmärkte gehen, damit sie flexibel reagieren können.
- Offene Investmentfonds machen eine Geldanlage schon ab 50 € maximal skalierbar und sind damit für normale Privatanleger besonders geeignet.
- Normale Privatanleger sollten die o. g. Anlageaspekte verinnerlichen, damit sie gute Anlageentscheidungen treffen können im Zusammenspiel mit den Anlagevorschläge des Vermittlers.
Anleger, die mehr über die Hintergründe der Anlageaspekte lernen wollen, finden einen Link unter "weiterführende Artikel" in diesem Artikel mit der Überschrift "Aspekte der Geldanlage".
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Über den Autor
Malte Wilts, hat Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzwirtschaft studiert und mit Diplom absolviert. Nach einer vierjährigen Tätigkeit bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat er sich als Finanzberater für Privatpersonen selbständig gemacht. In dieser Tätigkeit sammelt er seit 1998 Kenntnisse und Erfahrungen an den Finanzmärkten, in der Finanzbranche und mit Privatkunden.
